Bundesrat unterscheidet zwischen Multicoptern und Modellflugzeugen

In Ihrer Sitzung am 22.2.2017 haben die Ausschüsse zu dem Punkt „Änderung der Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ in der Sitzung des Bundesrates am 10. März 2017 folgende Empfehlungen gegeben:
Stephan zu Hohenlohe, Verantwortlicher Redakteur © Stephan zu Hohenlohe, Verantwortlicher Redakteur

 


Die für uns wichtigen Anmerkungen finden sich im Punkt 4. Zu Artikel 2 Nummer 5 (§ 21b Absatz 1 Satz 1 Nummer 8 LuftVO) 

In Artikel 2 Nummer 5 ist § 21b Absatz 1 Satz 1 Nummer 8 wie folgt zu fassen:

"8. in Flughöhen über 100 Metern über Grund, es sei denn,

a) der Betrieb findet auf einem Gelände im Sinne des § 21a Absatz 4 Satz 2 statt, oder,
b) soweit es sich nicht um einen Multicopter handelt,
- der Steuerer ist Inhaber einer gültigen Erlaubnis als Luftfahrzeugführer
- oder der Steuerer verfügt über eine Bescheinigung entsprechend § 21a Absatz 4 Satz 3 Nummer 2 oder 3"


Begründung:
Die Einführung einer grundsätzlichen maximalen Flughöhe von 100 Metern stellt für viele Modellflugsportler ein ernstes Problem dar. Den gesamten Modellflug in der Neuregelung mit einer 100 Meter Flughöhenbeschränkung zu deckeln, kommt für bestimmte Modellflugsparten einem Quasiverbot gleich; auch wenn über den wenigen formell zugelassenen Modellfluggeländen Ausnahmen gelten sollen. Das betrifft besonders auch den Hang- und Thermikflug mit Modellsegelflugzeugen, der gerade nicht auf den vorgenannten zugelassenen Geländen stattfindet. Begründet wird der Vorstoß mit den Interessen der Bundeswehr angesichts einer erhöhten nationalen und internationalen Gefährdungslage sowie den Anforderungen der Luftwaffe bei Tiefflügen über Deutschland. Allerdings stellte die Koexistenz von Luftwaffe und Modellflug in den vergangenen Jahrzehnten nie ein Problem dar, auch zu einem Zeitpunkt, wo häufiger und noch tiefer geflogen wurde. Der Bundesrat kann die Sichtweise und Argumentation der Bundesregierung daher nicht teilen. Nach-dem im Herbst 2016 ein aus fachlicher Sicht tragfähiger Kompromiss mit den Modellfliegern für eine novellierte Luftverkehrsordnung mit dem Bundesverkehrsminister gefunden werden konnte, ist dieser in der Neuverordnung nun nicht mehr enthalten. (Quelle: bundesrat.de)

Sollte der Bundesrat am 10.3.2017 dieser Empfehlung folgen, ist der Modellflug auch außerhalb zugelassener Modellfluggelände mit Modellen bis fünf Kilo möglich. Dazu muss der Pilot einen Kenntnisnachweis bereithalten, über dessen Umfang und die Art des Erwerbs nach der Sitzung des Bundesrates entschieden wird. Interessanterweise wird nun erstmals zwischen Multicoptern und Modellflugzeugen entschieden

Sobald die Entscheidung des Bundesrates bekannt ist, werden wir das an dieser Stelle kundtun.

Stephan zu Hohenlohe
Verantwortlicher Redakteur FlugModell




 
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