Modell Wasserflugzeug Multiplex Shark: Ein kleiner Hai lernt fliegen

Morgens in aller Ruhe eine Runde am Feldrand vorm Haus drehen, mittags mit Kumpels auf der Wiese Flugzeugmodelle fliegen und abends mit der Familie an den Badesee, Grill und Wasserflugzeug sind dabei. Wer an dem Tag drei Flieger ins Auto packt, der kennt das Modell Wasserflugzeug Shark von Multiplex nicht.
Bekannt ist er noch nicht: Der kleine Hai aus Bretten. Wir haben eines der ersten Modelle des Wasserflugzeug-Einsteigermodells ergattert, das Modell Wasserflugzeug Multiplex Shark. Und das ist schon die erste Neuerung: Keine zwei Monate nach der Vorstellung steht der Flieger bei den Händlern. Jetzt wird das Fertigmodell aber erst mal ausgepackt, der Karton mit der Hartschaumeinlage dient auch später dem platzsparenden Transport. Im Lieferumfang des Modell Wasserflugzeugs Multiplex Shark: das fertig gebaute Elapor- Modell inklusive Brushlessmotor Permax BL-O samt Regler Multi-Cont, die montierte Luftschraube 5,5 x 4,5 Zoll und zwei Servos MS-12015. Das Ganze mit fertig lackiertem Finish, aufgebrachtem Dekor und ausführlicher Anleitung. Benötigt werden also noch Sender, Empfänger und ein 950 mAh-Lipo. Diesen sollten wir schleunigst ans Ladegerät hängen, der Shark ist schneller flugbereit, wie wir glauben. Die beiden Pendelhöhenruderhälften werden rechts und links angesteckt, eine quadratische Steckung sorgt für eine spielfreie Verbindung zum Umlenkhebel. Ein kleiner Haken rastet ein: „Klack“ das Leitwerk sitzt. Ähnlich werden die Tragflächen zusammengesteckt, auch hier eine Kunststoffsteckung, die direkt in die Alu- Holme übergeht. Mit einer Zentralschraube wird die Tragfläche auf den Rumpf geschraubt. Fehlt noch der Empfänger, die Servostecker sind fertig beschriftet, perfekt, zumindest wenn man eine Multiplexanlage fliegt. Dann heißt es „warten auf den Akku“.

Modell Wasserflugzeug Multiplex Shark - Easystar stand Pate

Bevor der Shark erstmals Luft unter die Flächen bekommt, schauen wir uns den Hai ein wenig genauer an: Das Konzept ist hinlänglich bekannt, denn Hochdecker mit Druckmotor sind ideal für Einsteiger. Mit diesem Konzept hat Multiplex den Easystar konstruiert, eine der bekanntesten „Schaumwaffeln“ überhaupt. Und so sieht der Shark wie der hypermoderne Nachfahre des Easystars aus. Unter der Klarsichthaube ein Jetpilot, die Tragflächen des Modell-Wasserflugzeugs schnittig gepfeilt und mit „Grenzschichtzäunen“ versehen. Ein Pendelhöhenleitwerk und das stylische Dekor machen das Modell auch für die Generation Smartphone attraktiv. Nach diesen Betrachtungen ist der Akku endlich voll und es geht auf die Wiese. Kurz den Schwerpunk prüfen: Multiplex hat zwei fühlbare Erhebungen in die Tragfläche eingeschäumt, beim Balancieren auf diesen neigt sich der Shark leicht nach vorne, auch wenn der Akku am hinteren Anschlag liegt.

Auf der sicheren Seite

Somit liegt der Schwerpunkt wohl auf der sicheren Seite. Ein letzter Blick: Alle Ruder sind im Strak. Bei der Grundeinstellung des Pendel-Höhenruders muss man sich auf die Konstrukteure von Multiplex verlassen, leider gibt es keine Anformung am Rumpf. Ein kleiner Hinweis auf die Nullstellung ergibt sich durch ein winziges Loch im Rumpf, links unter dem Pendelleitwerk. Durch dieses Loch kann mit einem Inbus-Schlüssel der Ruderhebel auf dem Anlenkungsdraht verstellt und fixiert werden. Bei der Auslieferung des Modell Wasserflugzeug Multiplex Shark ist die Madenschraube in Neutralstellung genau unter diesem Loch. Ich habe für den Shark den Multiplex Smart SX M-Link- Sender gewählt, und mit diesem gebe ich nun Vollgas. Ein kurzer Schubs und … hoppla: Das Modell nimmt zielstrebig die Nase nach unten, der Hai will zum Tauchen. Hastig gezogen, im Wellenflug geht es erstmal in Sicherheitshöhe. Mit der Höhenrudertrimmung im Anschlag kann der Hai dann zeigen, dass er ganz manierlich fliegt. Mit Vollgas in jedem Fall schneller als sein geschäumter Urahn. Mit Halbgas ist der Multiplex Shark ein prima Wiesenschleicher. Ein wenig geturnt, Looping und Turn gehen perfekt, auch Rollen kann man mit Seitenruder ganz passabel steuern. Ganz geradeaus fliegt er nicht, bei Vollgas eher rechtsrum, im Leerlauf eher linksrum. Ich habe ihn für Halbgas getrimmt, da fühlt sich der Shark am wohlsten. Nach etwa zehn Minuten geht es zur Landung. Wie erwartet, kann man den Multiplex-Hai wunderbar langsam ausschweben und auf der Wiese aufsetzten. Der Lipochecker meldet, noch knapp 30 Prozent Restkapazität im Akku, das ist wohl den vielen Passagen mit Halbgas geschuldet, immerhin zieht der Antrieb bei Vollgas gut 10 A. Als erste Maßnahme wird nun der Inbus- Schlüssel am Höhenleitwerk angesetzt, die Madenschraube greift nun genau 2 mm hinter dem Loch im Rumpf den Anlenkdraht. Nicht vergessen: die Trimmung des Senders muss zurückgestellt werden. Zum zweiten Flug geht der Shark perfekt aus der Hand und zieht im 40 Grad-Winkel in den Himmel. Das Modell Wasserflugzeug Multiplex Shark macht ordentlich Spaß und kann auch mutwillig nicht in kritische Situationen gebracht werden.

Modell Wasserflugzeug Multiplex Shark - Erstes Tuning

Multiplex bietet für den Shark einiges an Tuning und Zubehör an. Zunächst bauen wir das Querruder-Upgradeset ein. Das Set besteht aus zwei Nanoservos mit extralangen Anschlusskabeln, zwei Ruderhörnern, Anlenkdraht und zwei Servoverlängerungskabeln. Diese Verlängerungskabel werden an den Empfänger angeschlossen. So kann später die Fläche leicht demontiert werden, ohne die Servokabel in den Tiefen des Rumpfes vom Empfänger zu trennen. Die Servos werden mit Sekundenkleber in passende Vertiefungen in der Tragfläche geklebt. Diese Vertiefungen sind serienmäßig vorhanden und nur durch Aufkleber abgedeckt. Zwei Schnitte mit einem scharfen Messer machen die Querruder gängig. Auch die Ruderhörner werden in vorbereitete Schlitze geklebt, nach dem Einhängen der Anlenkungen ist das Tuning auch schon abgeschossen. Hier passt ein Bauteil zum anderen, das ist klasse gemacht. Ich habe keine drei Minuten pro Flächenhälfte gebraucht. Die Flüge mit Querruder brachten keine grundsätzliche Verbesserung. Einzig schnelle Rollen, die kommen nun wie am Schnürchen. Gleich vor Ort wurde mit dem Einsetzen des Fahrwerkssatzes eine weitere Tuningmaßnahme durchgeführt. Das optionale Fahrwerk des Modell Wasserflugzeug Multiplex Shark ist ein fertig gebogener Stahldraht mit montierten Elapor-Verkleidungen. Auch die Räder sind fertig installiert, das futuristische Design des Shark setzt sich fort, die Radachsen zeigen nach innen. Im Flieger selbst ist bereits ein Gegenstück für die Montage des Fahrwerks installiert, so muss dieses nur noch in den Rumpf geschoben werden. Ein „Klick“, und er ist bereit für den Asphalt.

Mit einem „Klick“

Zur Demontage des Fahrwerks wird im Rumpf eine Lasche gezogen und das Landegestell kann nach unten herausgezogen werden. Doch jetzt steht der Hai aus Bretten auf dem Feldweg, 2,50 m sind nicht wirklich breit. Der Fotograf gibt Zeichen, alles bereit. Ich gebe Vollgas … und schon wieder hoppla: Das Modell schlägt einen 90 Grad-Haken und steht am Feldrand. Aha, das nennt man Drehmoment. Also nochmal, diesmal gebe ich langsam Gas. Und siehe da, sauber beschleunigt der Mulitplex Shark, lässt sich prima mit dem Seitenruder auf Spur halten und hebt nach etwa 10 m ab. Das Flugverhalten des Flugzeugmodells hat sich nicht verändert, eine minimale Änderung am Höhenrudertrimm, das war es. Daher schauen wir uns die Landung an. Jahrelange Wildfliegerei auf Feldwegen hat geschult und so wird weiträumig angeflogen, so dass genug Zeit und Platz ist, das Modell auf den schmalen Feldweg auszurichten. Der Shark kommt perfekt, das Höhenruder fast durchgezogen, schön gerade setzt er auf. Seitenruderkorrektur bis fast zum Stillstand, erst auf dem letzten Meter rollt der Hai seitlich ins Feld, da hat das Seitenruder einfach keine Wirkung mehr. Der Fahrwerksatz ist ein wirklich sinnvolles Zubehör, Einsteiger haben ein mitwachsendes Flugzeug-Modell, das so schnell nicht langweilig wird.

Die Elemente des Modell Wasserflugzeug Multiplex Shark

Schon auf der Spielwarenmesse sorgte der Schwimmersatz für glänzende Augen. Gleich einem Schuh umschließt der Schwimmkörper das Rumpfunterteil. Ein eingearbeiteter Halter passt in das Gegenstück des Fahrwerks im Rumpf, somit ist der Shark in sekundenschnelle zum Wasserflugzeug umgebaut. Auch, dass sich naturgemäß durch einen solchen Umbau der Schwerpunkt des Fliegers ändert, haben die Multiplex-Konstrukteure bedacht. In den Schwimmkörper selbst werden zusätzliche Trimmgewichte eingeklebt. Dabei ist zu beachten, dass der Shark als Wasserflugzeug einen etwa 2 cm weiter vorne liegenden Schwerpunkt benötigt. Genial gemacht, die Änderung des Schwerpunktes erfolgt durch das Anstecken des Schwimmers automatisch.

Er schwimmt

Der rheinische Braunkohle-Tagebau hinterlässt jede Menge Seen in der Landschaft. Genau zu solch einem See sind wir unterwegs, der Akku lädt während der Fahrt. Ideal für den Piloten, der See hat einen Bootssteg. Aber zunächst muss der Shark in die Luft, und das möglichst ohne „hoppla“. Wasser und Elektronik mögen sich nicht sonderlich, schon öfter hat ein Regler durch Absenden von Rauchzeichen Wassereinbruch im Modell signalisiert. Vorsichtig wird das Modell Wasserflugzeug Multiplex Shark aufs Wasser gesetzt. Hurra, es schwimmt! Das ist nun nicht wirklich eine Überraschung, Schaummodelle sind nahezu unsinkbar.

Zunächst wird das Handling auf dem Wasser getestet. Das Seitenruder liegt im Luftstrom des Propellers, so lässt sich der Hai perfekt auf dem Wasser manövrieren. Bei „Maschine Stopp“ dreht automatisch die Nase in den Wind, so muss das sein. Ein Wasserruder ist weder nötig noch vorgesehen. Mit ein wenig mehr Gas geht das Modell sofort „auf Stufe“, das heißt, jetzt gleitet der Shark nur noch auf einem winzigen Teil des Schwimmers. Damit wird er sehr schnell und agil, gleich einem Rennboot kann man nun über das Wasser flitzen. Getoppt wird das noch, wenn man ein wenig Tiefenruder gibt. Vorsicht, Übermut kommt vor dem Fall, und der könnte beim Shark ganz schön nass werden. Außerdem sind wir ja zum Fliegen hier. Und so geht der Gasknüppel ganz nach vorne, der Shark gleitet noch ein wenig auf der Stufe und hebt ab. Das habe ich bei speziell für den Wasserflug konstruierten Fliegern schon schlechter gesehen. Rein fliegerisch habe ich nun ein vollkommen anderes Flugzeug am Knüppel. Gut 130 g mehr wiegt das Modell durch den Schwimmer, der Schwerpunkt sitzt weiter vorne, zusätzlich ist das Modell nass. Gerade die erhöhte Seitenfläche vor dem Schwerpunkt merkt man in den Kurven. Beim Wasserfliegen sind die Querruder dann auch von Nutzen. Am besten fliegt der Mulitplex Shark, wenn die Kurven mit Seite und Quer gemeinsam geflogen werden. Die Steigrate ist mit 10 Grad bis 20 Grad eher moderat, dennoch lässt sich auch der Wasser-Shark prima mit Halbgas fliegen.

Den meisten Spaß beim Wasserfliegen machen Starts, Landungen und „Splash and go“. Zur Landung kann dem Modell Wasserflugzeug Multiplex Shark die Fahrt in Forellenflossenhöhe rausgezogen werden, unser Hai setzt sich nahezu ohne Spritzwasser auf den See. Wenn man mit etwas mehr Fahrt aufsetzt, neigt der Shark, wie andere Wasserflugzeuge, zum Springen. Aber selbst wenn er springt: Zwei, maximal drei Hüpfer – und der Flieger ist wieder startbereit. Und so geht es lockere acht Minuten über den See: Starten, Landen, tiefe Vorbeiflüge. Dann geht es zurück ans Ufer, auch wenn der Shark prima segelt, mit leerem Akku möchte ich dann doch nicht auf dem See landen. In der Kiste liegt ein weiterer frisch geladener Akku.

Dann Rollentausch: Fotograf Thomas ist seit einem halben Jahr Modellflieger. Er übernimmt. Nach einer kurzen Einweisung erlebt Thomas seine Premiere im Wasserflug. Das Flugzeugmodell Multiplex Shark zeigt sich dem Einsteiger gar nicht bissig, und so startet er das Modell, als gehöre er schon ewig zu der wachsenden Gemeinschaft der Wasserflieger. Ein paar Gewöhnungsrunden, dann ist die Landung angesagt. Der Pilot kommt, wie vom FunMan gewohnt, in leicht angestellter Fluglage zum See. In meinen Augen etwas zu langsam, das Modell sackt stärker durch und landet mit ein „Platsch“ im See. Nichts passiert, wir üben Landen auf dem Wasser.

Modell Wasserflugzeug Multiplex Shark - Absolut Einsteigertauglich

Bereits beim zweiten Anflug hat der Wasserflug- Rookie den Bogen raus und steuert das Modell mit Fahrt zum Landepunkt. Das Gas wird reduziert, das Höhenruder gerade soviel gezogen, dass der Shark nicht steigt und die Fahrt abbaut. Die Schwimmerstufe berührt die Wasseroberfläche und das Modell gleitet langsam aus. Perfekt! Damit ist bewiesen, dass der Shark auch für Modellflugneulinge prima geeignet ist. Der Profi wird den Shark vor allem wegen seiner Vielseitigkeit schätzen.

Fazit

Das Modell Wasserflugzeug Multiplex Shark ist eine rundum gelungene Konstruktion. Schon ohne Zubehör wird er dem Easystar aufgrund des flotten Designs den Rang ablaufen. Fahrwerk und Schwimmer machen den Shark zum Universal-Flug-Gerät. Der wiederverwertbare Karton macht das Modell zu einem idealen Reisebegleiter. Ob in den Bergen oder am Meer: Mit dem Shark hat man immer den richtigen Flieger dabei. Wer den Shark nur auf der Wiese oder mit Fahrwerk fliegen möchte, kann durchaus auf die Querruder verzichten, erst beim Einsatz des optionalen Schwimmers sollte man auf Querruder umrüsten. Unser Modellflugeinsteiger hat es bewiesen: Mit dem Shark kommt man auf Anhieb parat. Und damit verleihen wir dem Shark RR von Multiplex, ganz ohne Leserwahl, die Plaketten „Modell des Monats“, „Super ARF-Modell“, „Toll“.

TEXT UND FOTOS: Stephan zu Hohenlohe - FLUGFOTOS: Thomas Becker