Elektro-Segler-Baukasten mit bester Qualität

Grimp von Fliegerbauen.de: Allrounder aus dem Baukasten

Nicht nur beim Bauen des kleinen Elektro-Seglers von "Fliegerbauen.de" mit seinen 165 Zentimeter Spannweite ist viel Spaß angesagt, noch größere Begeisterung kommt beim Fliegen dieses selbst gebauten, wendigen Modells auf. Der Grund: So einen gutmütigen Allrounder fliegt man einfach gern.

Der Grimp Fliegerbauen.de kann in zwei Varianten erworben werden: als kompletten Bausatz für den Rohbau oder als Frästeilesatz. Beim Frästeilesatz müssen Standardkomponenten wie Balsabretter zum Beplanken, Bowdenzüge aber auch Magnete für den Verschluss des Deckels separat erworben werden.

Wir haben uns für kompletten Rohbaubausatz entschieden. Der Holzbausatz kommt in einem schlichten Karton und ist komplett ausgestattet. Alle Bauteile sind in sehr guter Qualität.

Der 1:1-Bauplan des Grimp ist auf mehreren DIN A4-Blättern ausgedruckt. Am Material wurde nicht gespart, so dass nach dem Bau des Modells noch jede Menge Reste der Balsa-Brettchen, Stahldraht, Alurohr und anderes übrig bleiben.

Weiterhin wird noch Servokabel und Klebstoff benötigt. Vom Hersteller werden folgende Kleber empfohlen: Uhu Hart, dünnflüssiger Sekundenkleber, Aktivatorspray und Fünf-Minuten-Epoxyd-Harz. Zugekauft werden müssen nur noch das Bespannmaterial, Antrieb und die RC-Komponenten.

Grimp-Aufbau mit 65 Bildern

Vor Baubeginn ist es immer ratsam, die Bauanleitung samt Bauplan gründlich zu studieren, die Teile der jeweiligen Baustufe vollständig anzuschauen und dann erst die Kleber-Fläschchen in die Hand zu nehmen. Alle Rippen, Spanten, Seitenwände, Leitwerksteile passen astrein.

Die Bauanleitung ist sehr gut und besonders ausführlich. Dazu mit vielen Abbildungen ergänzt. Sie kann auf der Homepage des Herstellers heruntergeladen werden. Die Bauzeit bis zum rohbaufertigen Modell lag ohne Zeitzwang bei 30 entspannten Stunden.

Exakt aufbauen

Der Flächenaufbau ist auf zwölf Seiten so gut beschrieben, dass sich ein ausführlicher Bericht erübrigt.

Natürlich muss bei einer Fläche mit einer Spannweite von 165 Zentimeter beim Aufbau besonders sauber und exakt gearbeitet werden. Das fängt schon beim unteren Hauptholm an.

Genau deckend mit dem Plan fixieren, die Wurzelrippe mit Hilfe der Schablone ausrichten, nochmal prüfen und verkleben. Weitere Rippen, gleiches Prinzip: Ausrichten – Prüfen – mit Sekundenkleber fixieren.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Anbringung der Nasenleiste aus einem Vier Millimeter starkem Buchenrundstab. Erst muss der Buchenrundstab im Außenbereich gebogen und dabei aufgrund des schlanken Profils, auf der relativ kleinen Kontur der Rippen genau mittig positioniert und verklebt werden.

Ist die obere Beplankung angebracht, werden die Servokabel für Querruder- und Wölbklappen-Servos, wenn erwünscht, eingezogen und die Aluröhrchen verklebt.

Das vordere erste Rippenfeld wird mit passenden Balsaresten aufgefüttert und entsprechend der Profilkontur geschliffen. Danach kann die untere Beplankung angebracht, der Randbogen verklebt und die Tragflache gründlich verschliffen werden.

Anschließend werden die Querruder und die Wölbklappen vorsichtig herausgetrennt, die Endleiste und die Ruder verkastet und verschliffen.

Klassischer Rumpfaufbau

Auf die Rumpfseitenteile werden Aufdoppler und 5 x 5 Millimeter-Leisten und nach der Trocknung alle Spanten, bis auf den Motorspant, geklebt.

Direkt im Anschluss erfolgen die Verklebung des zweiten Rumpfseitenteils und die beiden Flächenbefestigungsteile. Dabei muss man den Rumpf genau am Bauplan ausrichten.

Nach einer längeren Trockenpause wird der Motorspant verklebt, Bowdenzugröhrchen eingeklebt, die obere und untere Beplankung angebracht.

Nun erfolgt der Aufbau der Rumpfschnauze, nach Bauanleitung und einigen Fotos werden Halterungen für das Servobrett eingeklebt und das Servobrett auf die Halterungen gesetzt und verklebt.

Auf die Haube werden ein Magnet und die Zunge geklebt. Im Gegenzug erhält der Rumpf seinen Magnet auf dem Brettchen, welches an den Spant geklebt wird. Zuletzt wird der Rumpf mit aufgesetzter Haube gründlich verschliffen.

Es wird empfohlen, den Rumpf im vorderen Bereich unten zusätzlich mit 5,5 Zentimeter breiten Glasgewebestreifen zu verstärken. Das V-Leitwerk wird erst nach dem Bespannen auf den Rumpf geklebt.

Jetzt kann das Modell mit Bügelfolie bespannt werden. Je nach vorhandenen RC-Komponenten wird der Einbau nach Bauanleitung durchgeführt. Noch ein interessantes Detail am Rande: Nach dem Fertigstellung beider Flächenhälften betrug der Gewichtsunterschied zwischen linker und rechten Fläche sagenhafte 1,0 Gramm!

Propeller zu groß

Vor dem Flug wurden zuerst einige Messungen durchgeführt. Mit der vorgesehenen aeronaut Cam Carbon 11 x 6-Zoll-Luftschraube auf dem 39-Millimeter-Turbo-Aluspinner mit 45 Millimeter-Mittelteil wurde bei einer Eingangsspannung von elf Volt die maximale Belastung des Innenläufers weit überschritten.

Also musste eine kleinere Klappluftschraube her. Hier die Daten mit der Graupner Cam Folding Prop 9 x 6Zoll-Luftschraube: Eingangsspannung 11,0 Volt, Strom 23,5 Ampere, Drehzahl 8850U/min, Eingangsleistung circa 260Watt. Das ist für unseren Elektro- Segler mit einem Startgewicht von 950 g mit Sicherheit mehr als ausreichend.

Diese Leistung kann der Motor natürlich nur kurzzeitig liefern, was letztendlich nur für kurzes, schnelles Steigen und anschließenden Segelflug zu vertreten ist. Schließlich wollen wir mit dem Grimp segeln.

Das komplett flugfähig ausgerüstete Modell, mit dem Akku ganz hinten gesichert, wird rechts und links neben dem Rumpf 64 Millimeter hinter der Nasenleiste unterstützt – der Schwerpunkt stimmt!

Zugegeben, um den Schwerpunkt zu erreichen, wurden hinten im Rumpf unter dem V-Leitwerk zwölf Gramm Blei festgeklebt.

Vertrauen

Wir probieren nun zunächst einen Handstart und der Grimp steigt steil in den Himmel, keine Steuerkorrekturen sind notwendig.

In ausreichender Höhe wird der Antrieb ausgeschaltet und der Grimp fliegt einfach so wie man es sich erwünscht und erhofft hat.

Und gleich fällt auf: Das Teil fliegt echt super! Auch die Landungen sind kein Problem. Es zeigt sich, dass der im Vorteil ist, der seinem Grimp Wölbklappen spendiert hat, denn dann sind mit der Butterfly-Funktion genaue Landungen garantiert.

Hier sind die Ruderausschläge vom Hersteller angegeben, die für gute Flugeigenschaften sorgen. Je nach Steuergewohnheiten des Piloten können diese Werte natürlich verändert werden.

Der Autor bevorzugt ein wenig kleinere Ausschläge für seine etwas gemütlichere Gangart. Nur für Butterfly-Funktion werden die Wölbklappen auf 50° und die Querruder auf 20° gefahren.

Beim Einfliegen benutzte ich die Flugphasen-Einstellungen. Die Wölbklappen werden auf einen Schieber gelegt. So konnten während des Einfliegens die gewünschten Einstellungen gewählt und ausprobiert werden.

Fazit zu Grimp von "Fliegerbauen.de"

Der Grimp von „Fliegerbauen.de“ ist ein schöner und leistungsfähiger kleiner Elektro-Segler mit gutmütigen Flugeigenschaften. Wer einen echten Baukasten in bester Qualität sucht, um beim Bauen richtig Spaß zu haben, dem ist der Grimp wärmstens zu empfehlen.

Das Modell fliegt außerordentlich gut, die Landungen sind, ob mit oder ohne Butterfly, leicht zu meistern. Er ist kein echter Hotliner, eher ein vielseitiges Modell – einfach ein Allrounder.

Eine sehr gute Bauanleitung, 1:1-Bauplan und nicht zuletzt ausgezeichnete Passung der gefrästen Bauteile, einfacher Transport des Modells durch geteilte Tragflächen, verknüpft mit sehr guten Flugleistungen und harmonischem Flugverhalten berechtigen durchaus den Rohbausatz-Preis von 93,10 Euro.

TEXT: Milan Lulic, FOTOS: Milan Lulic, Stephan zu Hohenlohe

Ausgabe: 
Artikel aus FlugModell Ausgabe 07/2015. Jetzt abonnieren!
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